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Preisträger der 25. video/film tage - Jurybegründung

Förderpreis des Thüringer Ministeriums für Bau, Landesentwicklung und Medien
"Full Dedication ALVARO" – Jochen Hägle, Hans Kotter, Christian Zschammer
Kategorie: Freie Arbeit

„Full Dedication Alvaro“ ist ein Portait über einen Musiker, welcher in den 70er Jahren seine Heimat Chile wegen der dortigen Militärdiktatur verlassen musste. Heute lebt er in Konstanz am Bodensee. Full Dedication Alvaro lässt uns auf die heutige musikalische Welt des Alvaro blicken. Rückblenden auf Orte und Ereignisse aus seinem bisherigen Leben geben einfühlsam Informationen über einen Heimatlosen preis. Alvaro, der sich nirgends so richtig zu Hause fühlt hat seine Heimat in der Musik und in den einfachen Dingen des Lebens gefunden.
Begleiter aus seinem Umfeld erklären uns in dieser Produktion ihre ganz persönliche Faszination von diesem außergewöhnlichen Menschen. Dem Film gelingt es, einen sicherlich den meisten Zuschauern unbekannten chilenischen Künstler lieb zu gewinnen, obwohl dieser auf eine sehr in sich gekehrte, eigenwillige und wunderliche Weise lebt. Alvaro fällt durch charmante äußerliche Sonderlichkeiten auf. Seine Musik ist von ursprünglicher Kargheit gekennzeichnet und hat keine Chance ein Massenpublikum zu begeistern. Doch das ist das Besondere an ihm und sicherlich auch das, was seine musikalischen Freunde an ihm schätzen. Alles was sie mit ihm tun, tun sie mit Hingabe, sei es auch noch so minimalistisch. Die Abwesenheit von Perfektion scheint für sein Leben kennzeichnend und wichtig zu sein. In diesem Punkt erzeugt der Film ganz gewiss auch nach innen gerichtete Fragen bei seinen Zuschauern, welche täglich unzählige Botschaften erreichen, die ihnen eindringlich vermitteln wollen, was man zum Leben braucht.
„Full Dedication Alvaro“ gelingt eine Balance zwischen dem „öffentlichen“ Alvaro und dem ganz privaten, welcher uns manchmal sehr nahe und vertraut ist. Diese Übermittlung von Vertrautheit wird durch einen ruhigen und ernsten, aber auch manchmal kindlich wirkenden Alvaro erzeugt sowie durch die klare, ruhige Kamerasprache unterstützt, welche immer eine respektvolle Distanz wahrt. Ausgewählte Nahaufnahmen bringen markant Wesenhaftes hervor.
Einen unverstellten Blick auf den Portraitierten erhält der Zuschauer zweifelsohne durch die im Film gut dosierten musikalischen Darbietungen. Sie sind ergreifend, manchmal komisch, aber immer echt. In ihnen hören wir seine Sehnsucht, seine Sentimentalität und seine Wärme - in einer faszinierenden Schlichtheit.
„Full Dedication Alvaro“ ist ein gelungener Dokumentarfilm dem man zahlreiche Zuschauer und Vorführorte wünscht, wohlwissend dass Alvaro nicht Alvaro wäre, würde er populär werden und kenne ihn jedermann landauf landab.

 

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